6 aus 49 – 8. aus 32 ;)

„Kontraste machen Menschen“ ist ja so ein Motto dieses kleinen Blog-Projekts. Und wo Stralsund für den geneigten Szene-Großstädter sonst vielleicht nicht des Wochenendes erste Wahl ist, so sehr lockte es mich nun bereits am Freitag dahin. Denn eine Woche Provinz-Alltag trieb mich unweigerlich zu Fluchtgedanken.
Doch das Auskotzen über die Provinz mag ein anderes mal stattfinden. Viel lieber freue ich mich an dieser Stelle über den „Ruck“, der durch Stralsund geht. Verantwortliche dafür sind die kuhlen Menschen beim Ajuku e.V.. Sie versuchen in der Stadt am Sund ein AJZ aufzubauen, welches die ganze Region sicherlich dringend nötig hat. Und weil die Genoss_innen dafür auch noch etwas Kohle brauchen, versuchten wir uns am Freitagabend sowohl an ein paar Bier als auch an einem Lotto-Schein.

Mein eigentlicher Grund zum Besuch im „San Francisco des Ostens“ war dann aber schließlich das Antira-Fuszballturnier im Rahmen der Rock gegen Rechts-Aktionstage. Strahlender Sonnenschein versprach am morgen bereits vor allem drei Dinge: Schweiß, Sonnenbrand und Schnabulieren 🙂
Unter dieser Devise unterstützte ich dann mit all meinem sportlichen (Un-)Vermögen die Genoss_innen des Teams Schwarz-Rot Ribnitz Damgarten. Es blieb leider beim Vorrundenaus in unserer sportlich starken Gruppe. Am Ende stand für uns der achte Platz zu Buche. Besonders überzeugte mich das Team der Refugees aus Anklam, die spielerisch auf einem Niveau auftraten, das sich auch jenseits von Freizeitturnieren hätte sehen lassen können. Wie es dennoch dazu kam, dass sie im Halbfinale ausgeschieden sind, ist mir weiterhin nicht ganz klar.
Apropos nicht ganz klar: Der sportliche Teil des Tages war gelaufen, der Spasz am Spielfeldrand konnte beginnen. Ein paar Bier, Pfeffi und etwas spasziges Gekräut rundeten so den Sonnentag ab. Einige „sogenannte Fans“ untermalten das Turnier auch noch mit einigen optischen Stilmitteln, sodass es nicht allein bei einer antirassistischen Bannersammlung blieb.
Mein Dank gilt an dieser Stelle den Menschen, die das Turnier auf die Beine gestellt haben. Dass dabei die Refugees aus Stralsund und Anklam die Möglichkeit hatten den Lageralltag zu vergessen und zeitweilig aus der Isolation auszubrechen, zählt dabei auch noch mehr als das kleine Privatvergnügen meiner Wenigkeit.

Da ich mich selbst doch eher öfter vor Bücherregalen als vor Fuszballtoren auffinde, brannte am Abend der Muskelkater in meinen Beinen. Mittlerweile wieder in der Provinz angekommen, versank ich für den Abend auch erschöpft im Bett. Jedoch nicht ohne zuvor die Lottozahlen zu checken. Leider ohne Erfolg – der Millionensegen für den Ajuku e.V. muss noch etwas warten 😉
Aber warum auch auf das zufällige Glück vertrauen – das Wochenende machte wieder klar, dass es in Stralsund Leute gibt, die ihr Glück lieber selbst in die Hand nehmen. Leute, die Stralsund und das Umland nicht den Nazis überlassen und ihnen ein AJZ gegenüberstellen wollen. Ihr Ziel ist es jungen Menschen etwas Besseres anzubieten als die dumpfe Volksgemeinschaft oder die Unzumutbarkeiten der Dorfdiskotheken. Mit ihnen kann ich mich nur solidarisch erklären.

Stralsund braucht ein AJZ! Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Urkundlich festgehalten: Achter von 32… mindestens 😉
urkunde

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